Leitfaden zum Fragebogen
Wie lassen sich Aufmerksamkeitsschwierigkeiten oder ein mögliches ADHS-Muster verstehen?
Woran erkenne ich, ob ich als erwachsene Person ADHS haben könnte?
Ein paar Momente der Vergesslichkeit oder Ablenkung wiederzuerkennen, reicht nicht aus. Die Möglichkeit eines ADHS wird eher relevant, wenn die Schwierigkeiten anhaltend sind, schon vor dem Erwachsenenalter bestanden, in mehreren Lebensbereichen auftreten und sich konkret auswirken. Der Fragebogen hilft dabei, diese Beobachtungen zu ordnen, ohne aus dem Ergebnis eine Diagnose zu machen.
Bedeuten Aufmerksamkeitsschwierigkeiten immer ADHS?
Nein. Schlafmangel, Stress, Angst, gedrückte Stimmung, Überlastung oder bestimmte Lebensumstände können Konzentration und Organisation ebenfalls erschweren. Deshalb fragt der Test, ob die Schwierigkeiten seit Langem bestehen, in verschiedenen Lebensbereichen auftreten und unabhängig von einer besonders fordernden Phase sind.
Kann man ADHS haben, ohne hyperaktiv zu sein?
Ja. Anzeichen von Unaufmerksamkeit können im Vordergrund stehen, ohne dass eine deutlich sichtbare Unruhe dazukommt. Im Alltag wird für dieses Profil oft der Begriff ADS verwendet, während ADHS auch eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung umfasst. Das Ergebnis trennt deshalb Aufmerksamkeit von Hyperaktivität und Impulsivität.
Welche Anzeichen von Unaufmerksamkeit werden erkundet?
Die Fragen betreffen eintönige Aufgaben, unvollendete Vorhaben, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten beim Ordnen mehrerer Schritte und den Aufwand, eine Tätigkeit zu beginnen oder durchzuhalten. Sie messen weder Intelligenz noch Willenskraft. Sie wollen nur beschreiben, wie oft du diese Situationen erlebst.
Warum spielen die Kindheit und mehrere Lebensbereiche eine Rolle?
ADHS ist eine Besonderheit der neurologischen Entwicklung. Eine umfassende Abklärung betrachtet deshalb mehr als die letzten Wochen oder deine aktuelle berufliche Situation. Sie sucht nach einer früheren Vorgeschichte und nach Auswirkungen in mehreren Lebensbereichen. Der Fragebogen nutzt diese Anhaltspunkte, um eine erst kürzlich aufgetretene oder stark situationsabhängige Schwierigkeit nicht überzuinterpretieren.
Häufig gestellte Fragen
Fragen, die du dir vielleicht stellst
Kann mir dieser Test sagen, ob ich ADHS habe?
Nein. Er kann ein stimmiges Muster sichtbar machen oder umgekehrt zeigen, dass bestimmte Merkmale nicht stark ausgeprägt sind. Nur eine dafür ausgebildete Fachperson kann ADHS nach einer umfassenden Abklärung diagnostizieren oder ausschließen.
Was ist der Unterschied zwischen ADS und ADHS?
ADS wird oft verwendet, um eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung ohne sichtbare Hyperaktivität zu beschreiben. In der heutigen medizinischen Terminologie gehört diese Ausprägung zu ADHS.
Kann man ruhig wirken und trotzdem Aufmerksamkeitsschwierigkeiten haben?
Ja. Sichtbare Unruhe ist nicht nötig, damit jemand Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit oder Organisation erlebt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ADHS vorliegt.
Ist Aufschieben ein Zeichen für ADHS?
Es kann mit Schwierigkeiten beim Anfangen, beim Planen oder beim Einteilen der Kräfte einhergehen, hat aber viele mögliche Ursachen. Aufschieben allein reicht nicht aus, um ADHS zu erkennen.
Warum kann ich mich lange auf etwas konzentrieren, das mich interessiert?
Aufmerksamkeit ist nicht immer gleich verfügbar. Interesse, Neuheit, Dringlichkeit und die Umgebung können beeinflussen, wie gut man bei einer Sache bleibt. Diese Schwankung kann aufschlussreich sein, ist aber nicht spezifisch für ADHS.
An wen wende ich mich bei einem möglichen ADHS im Erwachsenenalter?
Du kannst bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt beginnen: Sie können andere Ursachen abklären und dich bei Bedarf weiterverweisen. Je nach Situation kann eine Abklärung durch eine Fachperson erfolgen, die auf ADHS bei Erwachsenen geschult ist, oft eine Psychiaterin oder ein Psychiater.