Eigener Fragebogen · 12 Fragen · 4 Min.

Test für Erwachsene zu Legasthenie und umschriebenen Lernstörungen: was kannst du erkunden?

Dieser eigene Fragebogen hilft dir, die Bereiche zu unterscheiden, die beim Lernen und im Alltag den meisten Aufwand erfordern.

Leitfaden zum Fragebogen

Wie lassen sich Schwierigkeiten beim Lesen, beim Rechnen oder in der Koordination erkennen?

Woran kann ich als erwachsene Person merken, dass ich Legasthenie haben könnte?

Langsames oder anstrengendes Lesen, häufiges Nachlesen, schwankende Rechtschreibung und eine Lücke zwischen deinen Ideen und dem, was du zu Papier bringst, können diese Frage aufwerfen. Bei Erwachsenen können über die Jahre entwickelte Strategien diese Schwierigkeiten weniger sichtbar machen. Wie lange sie schon bestehen und wie sie sich im Alltag auswirken, sagt mehr aus als ein einzelner Fehler.

Warum muss ich einen Text mehrmals lesen?

Ein erneutes Lesen kann nötig sein, wenn das Entschlüsseln, die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis oder das Verstehen stark beansprucht werden. Auch Müdigkeit, Textformat und Kontext können das Lesen beeinflussen. Der Fragebogen betrachtet Häufigkeit und empfundenen Aufwand, kann die Ursache dieser Schwierigkeiten aber nicht allein bestimmen.

Was ist der Unterschied zwischen Legasthenie und Rechtschreibstörung?

Legasthenie betrifft vor allem das Lesenlernen und den Aufbau einer flüssigen Lesefähigkeit. Eine Rechtschreibstörung betrifft den schriftlichen Ausdruck und die Orthografie. Beides kann gemeinsam auftreten, doch mühsame Rechtschreibung oder langsames Lesen allein reicht für eine Diagnose nicht aus. Eine Abklärung kann Art und Ausmaß der Schwierigkeiten klären.

Dyskalkulie, Dyspraxie oder eine andere verwandte Störung?

Schwierigkeiten mit Zahlen, Berechnungen, Mengen und zeitlichen Bezugspunkten gehören zur Dyskalkulie. Mehrschrittige Bewegungsabläufe, Koordination und manche Schwierigkeiten mit der Orientierung können auf eine Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen hindeuten, oft Dyspraxie genannt. Das Ergebnis stellt diese Bereiche getrennt dar und wählt kein Etikett aus.

Kann eine Lern- oder Koordinationsstörung im Erwachsenenalter festgestellt werden?

Ja. Manche Schwierigkeiten werden erst später im Leben erkannt, besonders wenn die beruflichen Anforderungen steigen oder Ausgleichsstrategien nicht mehr ausreichen. Ein Fragebogen kann dir helfen, konkrete Beispiele zusammenzustellen. Für die Abklärung einer dauerhaften Störung und den Ausschluss anderer Ursachen braucht es trotzdem eine passende Untersuchung.

Häufig gestellte Fragen

Fragen, die du dir vielleicht stellst

Kann dieser Test bei Erwachsenen eine Legasthenie diagnostizieren?

Nein. Er hebt nur die Bereiche hervor, die viel Aufwand erfordern. Um eine Schriftsprachstörung zu diagnostizieren, braucht es eine umfassende Abklärung, oft mit einer Fachperson für Logopädie und mit ärztlicher Koordination.

Bedeuten Rechtschreibfehler, dass ich eine Rechtschreibstörung habe?

Nein. Alle machen Fehler, besonders wenn sie müde sind oder unter Zeitdruck stehen. Die Frage wird eher relevant, wenn die Schwierigkeiten seit Langem bestehen, häufig auftreten und trotz Lernen und Strategien bleiben.

Kann man Legasthenie haben und trotzdem gern lesen?

Ja. Gern zu lesen sagt nichts direkt darüber aus, wie viel Aufwand es kostet, wie schnell jemand liest, wie oft er etwas noch einmal liest oder welche Strategien er nutzt, um einen Text zu verstehen.

Bedeuten Schwierigkeiten mit Zahlen immer eine Dyskalkulie?

Nein. Sie können auch mit Ängstlichkeit, mit dem Lernweg, mit der Aufmerksamkeit oder mit dem Kontext zusammenhängen. Um zu verstehen, woher sie kommen, braucht es eine gezielte Abklärung.

Warum fasst der Test mehrere umschriebene Lernstörungen zusammen?

Es geht um eine erste Erkundung. Lesen und Schreiben, Zahlen und Bezugspunkte sowie Koordination und Abfolgen werden getrennt dargestellt, um zu zeigen, wo sich der Aufwand bündelt, ohne eine bestimmte Störung zuzuordnen.

Welche Fachperson sollte ich für eine Abklärung im Erwachsenenalter aufsuchen?

Eine Hausärztin oder ein Hausarzt kann dir helfen zu entscheiden, wo du anfängst. Je nach Schwierigkeiten können an einer Abklärung Fachpersonen für Logopädie, Ergotherapie, Psychomotorik oder andere Fachleute beteiligt sein, mit ärztlicher Koordination.

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