Es gibt eine Szene, die viele Asperger-Menschen kennen: ehrlich auf eine Frage geantwortet zu haben und zu sehen, wie sich das Gesicht gegenüber verschließt. Gesagt zu haben, was man wirklich dachte, weil Lügen keinen Sinn ergab, und dann festzustellen, dass man etwas anderes hätte sagen müssen, anders, mit einem Subtext, den man nicht gesehen hatte. In der Liebe kann diese Diskrepanz jedes Date in ein Minenfeld verwandeln.
Dabei ist es kein Mangel an Liebe und kein Mangel an Empathie. Es ist eine andere Art, Kommunikation, Bindung und die soziale Welt zu verarbeiten - und einmal verstanden, offenbart sie eine der ehrlichsten Arten zu lieben überhaupt.
Asperger, Autismus, ASS: wovon reden wir
Der Begriff „Asperger-Syndrom" wurde aus den neueren medizinischen Klassifikationen gestrichen: Heute spricht man von einer Autismus-Spektrum-Störung ohne intellektuelle Beeinträchtigung, einer Form von Autismus ohne Sprachentwicklungsverzögerung und ohne kognitive Beeinträchtigung. Viele Menschen verwenden „Asperger" dennoch weiter als identitätsstiftenden Bezugspunkt, weil es ihre Erfahrung gut beschreibt: eine oft wache Intelligenz, sehr intensive Spezialinteressen, eine große Ehrlichkeit und eine echte Erschöpfung angesichts impliziter sozialer Codes.
In der Liebe sind diese Merkmale keine Hindernisse. Sie sind die Koordinaten einer anderen Art, sich zu verbinden.
Die direkte Kommunikation: eine Qualität, die für einen Makel gehalten wird
Asperger-Menschen sagen oft, was sie denken, ganz wörtlich. Kein doppelter Boden, keine versteckte Strategie, wenig Geduld für die kodierten Spiele der Verführung. In einer Liebeskultur, die das Vage, das „lass mich raten" und die impliziten Signale schätzt, kann diese Offenheit falsch gelesen werden: Man hält sie für Schroffheit, ja sogar für Gleichgültigkeit.
Es ist das Gegenteil. Diese direkte Kommunikation ist eine Form von Respekt: Sie geht davon aus, dass der andere die Wahrheit hören kann, und sie erspart wochenlange Missverständnisse. Das Missverständnis entsteht nur, wenn der eine das Implizite erwartet und der andere im Expliziten funktioniert.
Die Lösung besteht nicht darin, von einem Asperger-Menschen zu verlangen, das Entschlüsseln „vorzutäuschen". Sie besteht darin, gemeinsam einen Klarheitsvertrag aufzustellen: Man sagt sich die Dinge, man stellt Fragen, wenn man unsicher ist, man erwartet nicht, dass der andere Gedanken liest. Unser Artikel über die Kommunikation mit einem autistischen Partner beschreibt konkrete Werkzeuge, um diese Klarheit zu zweit zu schaffen.
Einen Asperger-Menschen zu lieben heißt aufzuhören, nach dem Subtext zu suchen. Es gibt keinen. Was gesagt wird, ist das, was gefühlt wird.
Die intensiven Interessen: eine Eingangstür, keine Schrulle
Ein weiteres zentrales Merkmal: die Spezialinteressen, diese tiefen Leidenschaften, die einen ungeheuren und wunderbaren Raum einnehmen. Weit davon entfernt, ein Hindernis für das Kennenlernen zu sein, sind sie oft dessen schönste Eingangstür. Ein Interesse mit einem Asperger-Menschen zu teilen oder sich aufrichtig dafür zu interessieren, heißt, zu einer unmittelbaren und echten Nähe zu gelangen.
Viele Paare, die funktionieren, erzählen dasselbe: Die Verbindung entstand nicht bei einem Dinner mit Kerzenlicht, sondern bei einem dreistündigen Gespräch über ein bestimmtes Thema, bei dem sich beide endlich verstanden fühlten.
Der verborgene Preis des Maskings
Viele autistische Menschen haben sehr früh gelernt zu maskieren: Mimik nachahmen, Blickkontakt erzwingen, soziale Lockerheit vortäuschen, um akzeptiert zu werden. In der Liebe ist diese Tarnung doppelt erschöpfend, weil sie verhindert, dass man wirklich erkannt wird. Man verführt mit einer Version von sich selbst, die man nicht wird halten können.
Eine Beziehung zu finden, in der die Maske fallen darf - in der man stimmen darf, Stille brauchen darf, ausführlich über seine Leidenschaft sprechen darf, ohne den anderen sich langweilen zu sehen -, ist kein Luxus. Es ist die Bedingung für eine dauerhafte Beziehung. Wir sprechen auch im Artikel über Masking und Erschöpfung in der Liebe darüber.
Begegnen, ohne sich übersetzen zu müssen
Das Schwerste für viele Asperger-Menschen ist nicht das Lieben: Es ist, die sozialen Filter der klassischen Apps zu überwinden, die auf neurotypische Codes geeicht sind. Die kleinen zweideutigen Sätze, die Fotos, die andeuten „müssen", ohne zu sagen, die Kunst der Anspielung: lauter Prüfungen, die nichts mit der Qualität der Beziehung zu tun haben, die man zu geben imstande ist.
Im Asperger-Dating-Bereich von Atypiklove sind die Profile so gedacht, dass man die Dinge klar sagen kann: seine Interessen, sein Funktionieren, das, was man braucht. Und die Asperger-Gemeinschaft versammelt Menschen, für die Offenheit kein Fauxpas ist, sondern eine gemeinsame Sprache.
Mein Profil kostenlos erstellen - weil deine Ehrlichkeit jemanden verdient, der sie wie ein Geschenk annimmt. Die Anmeldung ist kostenlos, nimm dir die Zeit, die du brauchst.
Eine ganze Art zu lieben, keine komplizierte Bedienungsanleitung
Zu lieben, wenn man Asperger ist, ist kein Problem, das gelöst werden muss. Es ist eine andere Sprache der Liebe: direkter, treuer, tiefer, sobald das Vertrauen da ist. Mit jemandem, der dieselbe Sprache spricht oder bereit ist, sie zu lernen, hört die Liebe auf, eine permanente soziale Prüfung zu sein.
Sie wird zu dem, was sie immer hätte sein sollen: ein Ort, an dem man endlich sagen kann, was man fühlt, ohne es verkleiden zu müssen.
Atypiklove beitreten
Atypiklove ist eine Dating-App, gedacht für neurodivergente Menschen - mit Profilen, die Raum lassen für das, was dich einzigartig macht, statt dich zu zwingen, dich in drei Fotos und einer generischen Bio zusammenzufassen.
Mein Profil kostenlos erstellen
Die Anmeldung ist kostenlos. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.